Internationaler Kontext
Die Konvention zur Biologischen Vielfalt
Am Weltgipfel der Vereinten Nationen in Rio trafen sich 1992 führende Politiker zu einer Konferenz über Umwelt und Entwicklung. Eines der unterzeichneten Abkommen war die
Konvention über die Biologische Vielfalt (
deutsche Übersetzung) – die erste globale Vereinbarung für den Erhalt und die nachhaltige Nutzung der Biodiversität. Das Abkommen erlangte in kurzer Zeit breite Akzeptanz. Mehr als 150 Regierungen unterzeichneten das Dokument noch vor Ort, inzwischen zählen mehr als
180 Länder zu den Vertragsstaaten. In Kraft trat die Konvention am 29. Dezember 1993.
Die drei Hauptziele der Konvention sind:
- die Biodiversität erhalten;
- die Nutzung der Bestandteile der Biodiversität nachhaltig zu gestalten;
- Vorteile und Gewinne, die sich aus der Nutzung der genetischen Ressourcen ergeben, ausgewogen und gerecht verteilen (sog.
Access and Benefit Sharing)
Das Übereinkommen ist ein Meilenstein im internationalen Recht. Erstmals wird die Erhaltung der biologischen Vielfalt als «ein gemeinsames Anliegen der Menschheit» und als ein integraler Bestandteil der Entwicklung anerkannt. Die Konvention ist bindend, die unterzeichnenden Länder, sind zur Umsetzung ihrer Bestimmungen verpflichtet. Beschlussfassendes Organ ist die Konferenz der Vertragsparteien (Conference of Parties COP). Das nächste Treffen findet vom 18. bis zum 29. Oktober 2010 in
Nagoya statt.
2010 Biodiversity Target und Countdown 2010
Am Weltgipfel für Nachhaltige Entwicklung in Johannesburg setzten sich die anwesenden Staaten 2002 das Ziel, angesichts des beschleunigten Artensterbens und des Verlusts von Lebensräumen den Verlust der Biodiversität bis 2010 deutlich zu verlangsamen.
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Einen Schritt weiter gingen die Länder Europas, indem sie sich verpflichteten, den Verlust der Biodiversität nicht nur zu verlangsamen, sondern ihn bis 2010 ganz zu stoppen. Die Initiative
Countdown 2010, lanciert von der Weltnaturschutzunion
IUCN und unter Beteiligung von Regierungen, Behörden, NGOs und Privaten wacht über die Einhaltung dieser Verpflichtung.
Internationales Jahr der Biodiversität 2010
Die Generalversammlung der Vereinten Nationen hat im Dezember 2006 beschlossen, das Jahr 2010 zum Internationalen Jahr der Biodiversität zu erklären. Sie tat dies aus tiefer Besorgnis über die sozialen, ökonomischen, ökologischen und kulturellen Konsequenzen des Biodiversitätsverlustes und mit der Hoffnung, dass die Staaten und anderen Akteure von dieser Gelegenheit profitieren würden, um das Bewusstsein für die Wichtigkeit der Biodiversität zu stärken und lokale, regionale und internationale Aktionen durchzuführen. Koordiniert werden die Aktivitäten vom
Sekretariat der Biodiversitätskonvention in Montreal, Kanada.

- Bild: Markus Bolliger
Weiterführende Informationen
Nationale Seiten:
- Erklärung von Bern:
Die Biodiversitätskonvention - Akademie der Naturwissenschaften Schweiz (SCNAT):
Access and Benefit Sharing (auf English) - allianceSud:
E-Dossier zum Internationalen Jahr - Schweizerische UNESCO-Kommission:
2010 - Jahr der biologischen Vielfalt
Internationale Seiten (auf English):
Biodiversity - We are all in this together: EU-Kampagne zur Biodiversität
IISD-Berichte über die Verhandlungen im Rahmen der Biodiversitätskonvention
CBD Alliance: Netzwerk von NGOs, die zur CBD arbeiten
Like Minded Megadiverse Countries (LMMC): Gruppe der biodiversitätsreichen Staaten
