Definition
In 6 Wörtern:
Biodiversität ist die Vielfalt des Lebens.
Die Vielfalt des Lebens lässt sich auf drei Ebenen beschreiben:
- Vielfalt der Ökosysteme (Lebensräume wie Wasser, Wald, Alpiner Raum)
- Vielfalt der Arten (Tiere, Pflanzen, Pilze, Mikroorganismen)
- Vielfalt der Gene (Rassen oder Sorten von wildlebenden und genutzten Arten)
Als vierte Ebene versteht man unter funktionaler Biodiversität die Vielfalt der Wechselbeziehungen innerhalb und zwischen den anderen drei Ebenen.
Biodiversität im Völkerrecht
Im Originaltext der Konvention über biologische Vielfalt CBD (Artikel 2: Begriffsbestimmung) bedeutet biologische Vielfalt (oder kurz: Biodiversität):
«…die Variabilität unter lebenden Organismen jeglicher Herkunft, darunter unter anderem Land-, Meeres- und sonstige aquatische Ökosysteme und die ökologischen Komplexe, zu denen sie gehören. Dies umfasst die Vielfalt innerhalb der Arten und zwischen den Arten und die Vielfalt der Ökosysteme.»
Biodiversität selbstgemacht

Wer selber beobachten möchte, wie ein Ökosystem funktioniert, kann sich mit dem Bau eines Flaschengartens versuchen: In einem grossen, luftdicht verschlossenen Glasbehälter ist es möglich Pflanzen zu ziehen, die man weder giessen noch düngen muss, solange das Sonnenlicht durch das Glas scheint.
Was mit den Pflanzen für einige Zeit gelingt, scheiterte in den 1990er-Jahren in einer verglasten Struktur auf der Fläche von rund zwei Fussballfeldern: Der Versuch von 8 Menschen, in einem künstlich abgeschlossenen Ökosystem - der «Biosphere 2» - während zwei Jahren zu überleben. Die Sauerstoffkonzentration schwankte beträchtlich, Schaben- und Ameisen-Populationen vermehrten sich rasend schnell und 19 von 25 Wirbeltierarten starben aus.
Überlebenskampf im Gewächshaus: Artikel von Reto U. Scheider im NZZ Folio.
